
- von Michael Schuessler
Karneval in der Karibik
- von Michael Schuessler

🚩 Inseln: Über 7.000 Inseln, u.a. Kuba, Dominikanische Republik, Jamaika und die französischen Antillen
👩👩👧👧 Einwohner: ca. 44 Millionen Einwohner
📢 Sprache: 6 offizielle Sprachen, aber viele kreolische Varianten, je nach Insel
🌎 Fläche: ~2.754.000 km²
🌡️ Klima: subtropisch, tropisch
Tagestemperaturen
25 bis 28 Grad
Nachttemperaturen
19 bis 23 Grad
Nicht nur im heimischen Deutschland wird im Februar der Karneval gefeiert sondern auch in etwas wärmeren Gefilden in der Karibik. Der karibische Karneval ist für viele Einheimische auf den unterschiedlichen Inseln das erste Highlight, wenn nicht sogar das Highlight des Jahres. Während des Karnevals verwandeln sich die meisten Inseln in ein einziges, buntes Partymeer von Schaulustigen und Teilnehmern.
Die Inseln haben eine lange Tradition des Karnevals, der jedes Jahr mit großer Begeisterung gefeiert wird. Die Feierlichkeiten, viele im Vorfeld, der traditionellen Fastenzeit sind geprägt von Musik, Tanzen, farbenfrohen Kostümen und leckerem Essen. Über mehrere Tage finden Straßenfeste, Paraden und Maskenbälle mit bunten Kostümen statt, die oft von Symbolen aus der Natur bzw. Tierwelt inspiriert sind.
Untermalt wird dies mit Musik aus verschiedenen musikalischen Richtungen wie Soca, Calypso und Reggae mit offenherzigen, rhythmischen Tänzen.
Also wählt eure Karnevalsinsel genau aus, denn jede Insel hat Ihre einzigartige Art den Karneval zu feiern, manchmal etwas lauter oder auch etwas gediegener.

#1 Karneval mit einem französischen Touch
Auch auf den französischen Antilleninseln Guadeloupe und Martinique, Teil der europäischen Union, wird der Karneval gebührend gefeiert. Schon seit dem 18. Jahrhundert ist Karneval ein Kulturereignis für Einheimische, die trotz Ihrer wechselhaften Geschichte es geschafft haben, die unterschiedlichen Einflüsse miteinander zu vereinen.
Großes Highlight ist hierbei „Mardi Gras“ (fetter Dienstag), an dem die Feierlichkeiten ihren Höhepunkt erlangen. Ab 5 Uhr morgens sind die ersten Teilnehmer auf den Beinen, eingepackt in Ihren farbenfrohen Kostümen, natürlich abgestimmt auf das tropische karibische Klima. Es gilt auch hier die Prämisse, je lauter desto besser. Begleitet von Trommeln und Blechinstrumenten tanzen sich die Fußgruppen von Station zu Station und werden im Laufe des Tages von immer größer werdenden Zuschauermassen unterstützt. Diese sogenannten „vidé“ auf Deutsch Straßenumzüge, werden angeführt vom König Vaval (Le Roi Vaval), eine symbolische, überdimensionale Figur, die von Künstlern und Handwerker jedes Jahr aufs Neue kreiert werden.
Am Aschermittwoch endet das Spektakel mit dem Verbrennen des Königs Vaval, bestaunt von den zahlreichen Schaulustigen, die meist als Zeichen der Trauer schwarz-weiß tragen.
Tipp: Geht am Rosenmontag durch die Straßen und werdet Zeuge eines seltenen Anblicks. Männer sind in Frauenkleider gekleidet und umgekehrt.

#2 Greatest Show on Earth
Wer auf der Suche nach einem spektakulären Karnevalsfest ist, der muss nach Trinidad und Tobago. Wie der Name schon vermuten lässt, besteht der Staat aus zwei Inseln und liegt unmittelbar vor der Küste Venezuelas. Wie bei fast allen Inseln in der Karibik wurde die Bevölkerung durch die wechselhafte Geschichte kulturell durchgemischt, so stellen afrikanische und indische Volksgruppen die Mehrheit. Diese kulturelle Vielfalt spiegelt sich während des Karnevals auf der Hauptinsel Trinidad in der Hauptstadt Port of Spain wider. Jeglicher Superlativ ist hier nicht genug. Bunte Kostüme jeder Couleur, Konfetti in der Luft, Massen an Menschen, die zum Bass der Soca Klänge Ihre Hüfte schwingen. Manch einer traut sich sogar den lokalen Karneval mit dem Karneval in Rio zu vergleichen, wobei der Vergleich durchaus angebracht ist. Musikparaden, die sich gegenseitig um den diesjährigen Karnevals-Hit überbieten, bunte Kostümshows mit dem Motto weniger ist mehr am Dimanche Gras, sind nur eine der vielen Highlights.
Am Rosenmontag und Karnevalsdienstag kommt es dann zu den berauschenden Straßenumzügen, die mit viel Cocktail und Rum begossen werden. Die Getränke und das Essen werden dabei von den zahlreichen Bands auf den Truck gestellt, die um die Gunst des Publikums buhlen.
Tipp: Damit Ihr auch während der Umzüge nicht schlapp macht, probiert doch mal eine trinidadische Spezialität namens „Double“, ein leckeres, frittiertes Fladenbrot mit Kichererbsencurry.

#3 Karneval auf der Gewürzinsel
Wer auch im Sommer Karnevalsfeeling haben möchte, der geht auf die kleine Insel Grenada. Hier wird Karneval im August gefeiert und heißt hier, an Anlehnung an die koloniale Vergangenheit als Gewürzinsel, Spicemas. Die südlichste der kleinen Antillen mit etwas mehr als 100.000 Einwohnern ist noch eine wenig bekannte Insel. Der noch junge Karneval ist das Highlight für die Insulaner, die sich hier unter anderem an das Ende der Sklaverei erinnern und ein Zeichen für die errungene Freiheit setzen.
Hierzu gibt es am Montag am „J’ouvert“ vor Sonnenaufgang das Jab Jab Spektakel. Das Wort „jab“ kommt aus dem Kreolischen und bedeutet übersetzt Teufel. Hier schmieren sich die Teilnehmer mit einer Paste aus Öl und schwarzer Farbe ein, beladen sich mit dicken Eisenketten um den Hals und setzen sich Hornkappen auf den Kopf. In dieser martialischen Aufmachung begeben sich die Einheimischen mit viel Krach auf die Straßen. Doch passt auf, Körperkontakt ist unvermeidlich, sodass Ihr am Ende auch ein wenig schwarze Farbe abbekommt.
Der grenadische Karneval ist zwar nicht so pompös und kommerzialisiert wie der Karneval auf Trinidad und Tobago, gibt aber einen authentischen und unverblümten Einblick in die Seele der Einheimischen, untermalt mit Soca Klängen.
Tipp: Wer schon mal Grenada besucht, sollte das Land unbedingt näher erkunden. Hier eignet sich eine Reise auf die Schwesterinsel Carriacou („Insel der Riffe“), die ein Taucherparadies par excellence bietet.